Funkmesssystem Nor1516A

2-Kanal Funkmesssystem Nor1516A

für Schalldämmungsmessungen nach ISO 140


Neue Möglichkeiten in der Bauakustik:
  • Schalldämmungsmessungen über Funk (ohne Mikrofonkabel)

  • Messungen trotz störendem Lärm (mit SweptSine-Messtechnik)


Schalldämmungsmessungen am Bau bringen meist zwei große Problemfelder mit sich. Zum Einen ist es am Bau oft mit erheblichen Schwierigkeiten und Zeitaufwand (=Kosten) verbunden, die Mikrofonkabel zu verlegen. Die Signalkabelmüssen auch oft über sehr lange Distanzen verlegt werden. Das zweite große Problemfeld ist die Beeinflussung der Messung durch schwankende Störgeräusche wie z. B. Baustellenlärm. Beide Problemfelder sind nun durch das neue Messsystem von Norsonic gelöst (mit Funk und SweptSine-Messtechnik). Darüberhinaus bietet das System die Lösung zur Messung extrem hoher Schalldämmungen (z. B. in Kinos) und extrem kurzer Nachhallzeiten (z. B. in Studios oder Körperschallnachhallzeiten).
  • Features
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Schalldämmungsmessungen über Funk

- ohne Mikrofonkabel


Ein großes Problem bei Schalldämmungsmessungen am Bau ist oft das Verlegen der Mikrofonkabel. Bei einer 2-kanaligen Messung wird das eine Mikrofon im Senderaum und das zweite Mikrofon im Empfangsraum aufgestellt. Die Mikrofone müssen über Signalkabel – welche Teil der eichpflichtigen Messkette sind – mit dem Messgerät verbunden werden. Folglich müssen Kabeldurchlässe gefunden werden. Dies bringt mehrere gravierende Probleme mit sich: Am Bau kann es sehr schwierig werden, überhaupt einen Kabeldurchlass zu realisieren (z. B. bei komplett dicht abschließenden Türen). Wenn man einen Kabeldurchlass realisiert hat, muss dieser wieder so abgedichtet werden, dass kein Schall durchdringt und damit die Messung verfälscht würde (Beispiel: gekipptes Fenster).

All diese Probleme entfallen nun mit dem neuen Funkmesssystem von Norsonic. Anstelle eines Mikrofons wird nun ein Schallanalysator Nor140 (Handgerät) im Sende- und ein zweiter Nor140 im Empfangsraum aufgestellt. Die Steuerung der beiden Nor140 erfolgt vom Laptop über die Bauakustiksoftware NorBuild. Die Kommunikation zwischen Laptop und den beiden Messgeräten erfolgt über eine Funkverbindung. Somit entfallen jegliche Mikrofonkabel. 

Die Software NorBuild liefert sofort den Prüfbericht entsprechend der gewählten Norm. Nach jeder gemessenen Mikrofonposition wird der Prüfbericht automatisch aktualisiert, so dass die Veränderung der Einzahlangabe sofort ersichtlich ist. Eine Fehlmessung kann auch im Nachhinein wieder aus der Berechnung ausgeschlossen werden.


Schalldämmungsmessung trotz störendem Lärm

- SweptSine macht‘s möglich


Die klassische Methode zur Messung der Schalldämmung nutzt Zufallsrauschen zur Schallanregung (meist rosa Rauschen). Im Sende- und Empfangsraum wird jeweils der Pegel gemessen (in Terzfrequenzbändern), um daraus die Pegeldifferenz zu bilden. Voraussetzung für diese Methode ist, dass während der Messung keinerlei schwankende Störgeräusche im Empfangsraum auftreten. Im Empfangsraum muss der Störabstand S/N zwischen Empfangsraumpegel und (Grundgeräusch-/) Störgeräuschpegel mindestens 10 dB betragen. Die ISO 140 erlaubt zwar eine Störgeräuschkorrektur, diese gilt aber nur für ein stationäres – also nicht schwankendes – Grundgeräusch, welches während der gesamten Messreihe konstant vorhanden ist. Das Grundgeräusch wird durch eine separate Messung erfasst und hat daher keine Aussagekraft über den tatsächlichen S/N, der während der Pegeldifferenzmessung herrscht. Die messende Person muss also selber sicherstellen, dass während der Pegeldifferenzmessung tatsächlich nur der gemessene stationäre Grundgeräuschpegel herrscht. Dies ist aber in der Praxis selten der Fall. Oft müssen einzelne Messungen wiederholt werden, weil schwankende Störgeräuscheaufgetreten sind, z. B. durch Bauarbeiter oder vorbeifahrende (Bau-)Fahrzeuge. Dieses Problem ist nun auch in demneuen Funkmesssystem von Norsonic gelöst, und zwar mit der neuen SweptSine-Messmethode. Wichtig: Für den Anwender ist die Bedienung und Messabfolge exakt identisch mit der klassischen Methode. Einziger Unterschied: Als Anregungssignal wird kein Rauschen, sondern ein sinusförmiges Signal verwendet, dessen Frequenz von niedrigen zu hohen Frequenzen hin exponentiell ansteigt. Anstelle eines Zufallsrauschens wird also ein deterministisches Anregungssignal genutzt. Der Analysator zeichnet die Antwort auf diese Anregung auf und berechnet mit Hilfe der digitalen Signalverarbeitung die Impulsantwort des Systems. Damit wird ein großer Vorteil gewonnen, da alle akustischen Größen aus der Nachbearbeitung der Impulsantwort abgeleitet werden können. D.h. aus der gemessenen Impulsantwort ermittelt das Messsystem nicht nur die Pegeldifferenz zwischen den Räumen, sondern auch den während dieser Messung tatsächlich vorhandenen Signalstörabstand S/N – also mit Berücksichtigung der während der Messung aufgetretenen schwankenden Störgeräusche. Die SweptSine-Messtechnik ist sehr robust gegen schwankende Störgeräusche, d. h. die Messung kann trotz störendem Baustellenlärm durchgeführt werden! Und falls die aufgetretenen schwankenden Störgeräusche einmal so extrem laut sein sollten, dass die Bestimmung der Pegeldifferenz aus der Impulsantwort nicht mit einem ausreichenden Signalstörabstand (S/N) möglich ist, wird dies vom System angezeigt. Fazit: Mit der neuen SweptSine-Messmethode messen Sie auch unter Einfluss von schwankenden Störgeräuschen immer richtig!

Die ISO 18233: „Akustik - Anwendung neuer Messverfahren in der Bau- und Raumakustik“ verweist auf die Anwendung der SweptSine-Messtechnik für Bauakustikmessungen entsprechend der ISO 140.